Olaf Kühnemann wurde 1972 in Basel, Schweiz geboren. Er wuchs in Kanada und Israel auf, studierte in den USA und lebt seit 2009 in Berlin. Seine künstlerische Ausbildung begann er als Assistent des israelischen Bildhauers Zvi Lachman. 1991 ging er nach New York um bis 1994 an der Parsons School of Design und an der NY Studio School in Manhattan zu studieren. Kühnemanns Arbeiten wurden neben zahlreichen Gruppenausstellungen in Einzelausstellungen unter anderem im Herzeliya Museum of Contemporary Art und in der Galerie 39, Tel Aviv präsentiert. 2008 erhielt er den Isracard Award des Tel Aviv Museum of Art.
Kühnemann beschäftigt sich mit der Beziehung des Einzelnen zu seiner Umwelt. Auf inhaltlicher Ebene bedeutet das die Untersuchung der Figur im Raum, der Figur im Raumlosen und des den Figuren
beraubten Raumes. Brauchen die Figuren die Einbettung in den sie umgebenden Raum, oder kommen sie gerade losgelöst von ihrer Umgebung besonders zur Geltung? Was bleibt vom konkreten Raum, dem Interieur, übrig, wenn die Figuren zu Leerstellen werden? Worauf verweisen diese Leerstellen? Formal spielt Kühnemann ähnliche Szenarien durch: Der filigrane Pinselstrich in seiner Reinheit auf weißem, fast abwesendem Grund, die mit flächigem Farbauftrag konstruierten Interieurs und die Maserung des Holzes, auf dem gemalt wird, an den Stellen, an denen eigentlich Figuren und Raum sich treffen.
Im Motiv gestellte Fragen werden im Formalen beantwortet, nur um Ebenen für neue Fragen zu öffnen. Der Betrachter findet Ausgewogenheit, Ruhe und Antworten, um all das gleich im nächsten Bild wieder hinterfragt zu sehen.
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