Klaus Kleine und Matan Ben-Tolila
15. – 19.05.2012
„Beschreib mir die Landschaft in der du lebst und ich sag dir, wer du bist.“
José Ortega y Gasset
2011 traten der deutsche Installationskünstler Klaus Kleine und der israelische Maler Matan Ben-Tolila erstmals in einen künstlerischen Dialog miteinander in Vorbereitung auf eine gemeinsame Ausstellung. Wie es der Zufall wollte, hielten sich beide Künstler während der Vorbereitungszeit im Sommer in der Nähe des Mittelmeers auf, weshalb sie sich übereinstimmend – ohne vorherige Planung – in ihrer Arbeit auf lokalspezifische Farbkombinationen und landschaftliche Eindrücke bezogen. Allerdings waren sie nicht an einer Wiedergabe der Wirklichkeit interessiert, sondern vielmehr an der Vielfalt der möglichen Variationen der Formen und der kontinuierlichen Schaffung neuer Räume, was einen Reduktionsprozess dieser Wirklichkeit bedeutete.
In der Installation „moved room“ setzen Kleine und Ben-Tolila ihren künstlerischen Austausch über
das Zusammenspiel von Dimensionalität, Farbe, Material, Gewohnheiten des Sehens und der räumlichen Wahrnehmung basierend auf plastischen und bildnerischen Elemente und Landschaftsimpressionen fort. So erleben wir ein Zusammenspiel zwischen Natur und künstlich geschaffener Räume
sowohl in der Form einer dreidimensionalen Installation als auch einer zweidimensionalen Zeichnung.
Wände aus einfachen Materialien wie Holz, Papier und Folie teilen den Raum und schaffen Wege und versteckte Ecken – eine Landschaft im Ausstellungsraum. Von jedem Punkt aus ist die Energie zwischen den fragilen Wänden und ihre Kraft bei der Veränderung des Raums spürbar. Durch die Konstruktion einer minimalistischen, begehbaren Umgebung verhandelt Kleine die Grenze zwischen Skulptur und Architektur, Kunstwerk und Raum. Ben-Tolila spiegelt die Gedanken von Kleine zur Reduktion und Umwandlung von Eindrücken in seinen Zeichnungen auf großformatigen Drucken wider. Die Grundlage Ben-Tolilas Werke sind reale Szenen, die sich in einem Prozess der Reduktion und Anonymisierung zu frei schwebenden Strukturen in den bruchstückhaften Überresten von Landschaften entwickeln.
Charakteristisch für beide Künstler ist ihr Interesse an Raum und der Entfernung. Es ist fast eine Obsession in Abwesenheit visueller Eindrücke gegensätzliche Elemente wie Fülle und Leere, Planung und Zufall, Abstraktion und realistische Darstellung zu untersuchen.
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