Nir Alon wurde 1964 in Israel geboren, wo er an der Bezalel Academy for Art and Design in Jerusalem studierte. Er lebt und arbeitet heute in Hamburg. Vertreten wird er von der Galerie Sebastian Fath Contemporary aus Mannheim und der Chelouche Gallry aus Tel Aviv.
Schwerpunkt der Arbeiten von Alon ist das balance-artige Zusammenspiel von Objekten, das den Eindruck dauerhafter und spannungsreicher Labilität ergibt. Die vom Künstler verwendeten Materialien sind Gebrauchsgegenstände des Alltags, häufig Möbel, Koffer, Bürolampen, Glühbirnen, Kabel und anderes. Die von Alon verwendeten Objekte besitzen mehrere Eigenschaften: Sie entstammen der industriellen Serienproduktion billiger Waren und entziehen sich von vornherein elaborierten ästhetischen Bezugs- und Anspruchssystemen. Zudem handelt es sich um Objekte, die ihren eigenen Funktionsbereich längst verlassen haben, unansehnlich wurden, Defekte erlitten, vielleicht in Kellern oder auf Dachboden ausrangiert herumstanden oder -lagen, vielleicht bereits als Müll auf der Straße abgestellt waren. Die Balance-Objekte von Nir Alon mögen nicht zuletzt auf die seit Jahren brisante politische Situation im Nahen Osten zu beziehen sein, in der permanente existentielle Krisen den Alltag der Menschen prägen. Zugleich lassen die Arbeiten und Zeichnungen des Künstlers weitere, auch persönliche, Anspielungen erkennen. Alon berichtet, daß er schon als Kind im elterlichen Haus fasziniert war von den sorgfältig gegen den Familientisch gelehnten Stühlen. Die einfachen Dinge, in den Zeichnungen zwischen Licht und Schatten verankert, sprechen Bände: Von Nir Alon zu Kunst erhoben, oszilieren sie zwischen historischer Gebundenheit, aktuellem ästhetischen Diskurs, warnender Vision und phantasievollem Humor.




